BURNOUT – MÜTTER IN DER ERSCHÖPFUNGSFALLE

Kinder bereichern das Leben und bieten Anlass für viele glückliche und fröhliche Momente. Doch rund um die Uhr für Kinder, Haushalt, Partner und Beruf da zu sein ist für viele Frauen eine Herausforderung. Immer häufiger leiden deshalb auch Eltern und vor allem Mütter an Burnout. Ursächlich für die hohen Belastungen sind gesellschaftliche Trends in der Entwicklung von Familienstrukturen.

Galt vor ein paar Jahren das Burnout-Syndrom noch als klassische Managerkrankheit sind es immer mehr Mütter, die zunehmend unter dem Stress leiden, mehreren Rollen gerecht zu werden. Viele Mütter sind rund um die Uhr für die Familie eingespannt und arbeiten oft noch nebenher. Da kann schnell das Gefühl auftreten, völlig ausgebrannt zu sein. Oft haben diese Mütter tatsächlich keine Kraft und Energie mehr, sie fühlen sich körperlich unwohl. Aus dem andauernden Stress ist ein Erschöpfungszustand geworden, und es folgt ein körperlicher und / oder psychischer Zusammenbruch.

Wer ist besonders gefährdet?
Zu den Risikogruppen gehören berufstätige Mütter mit einer hohen Eigenmotivation, die alles perfekt machen möchten, die unter dem sogenannten Helfersyndrom leiden, die keine Anerkennung für ihre Tätigkeiten bekommen oder unter ständiger Kritik leiden. Dieser weibliche Perfektionismus in Kombination mit belastenden Rahmenbedingungen treibt Frauen bis weit über ihre Belastungsgrenzen.

Warum leiden immer mehr Mütter an Burnout?
In einer aktuellen Untersuchung des Müttergenesungswerkes werden ständiger Zeitdruck, die berufliche Anforderung und mangelnde Anerkennung als die TOP 3 Belastungsfaktoren genannt.

„Die Familienstrukturen befinden sich in einem Wandel, der Mütter zunehmend belastet und krank machen kann.“, sagt Jennifer Hüge, stellvertretende Bundesvorsitzende des Deutschen Bundesverbandes für Burnout-Prophylaxe und Prävention e.V. (DBVB). Von der Gesellschaft wird erwartet, dass die Frau in allen Bereichen perfekt funktioniert: So früh wie möglich wieder in die Arbeitswelt zurückkehren, rund um die Uhr für die Familie da sein, dem Ehemann eine attraktive Partnerin sein und sich unter Umständen noch um die Pflege eines kranken Familienmitglieds kümmern. Der Spagat zwischen traditionellem Rollenklischee und dem Wunsch nach Gleichberechtigung überfordert dabei viele.

Wie äußert sich der Burnout bei Müttern?
In der ersten Phase herrscht die Erschöpfung vor. Alles ist emotional und körperlich zu anstrengend. In Phase zwei spürt die Betroffene eine distanzierte, gleichgültige Einstellung gegenüber der Arbeit und gegenüber anderen Menschen. Die Endphase ist geprägt durch einen Verlust des Vertrauens in die eigenen Fähigkeiten und ein Gefühl des Versagens. Zu den Symptomen gehören insbesondere Herzrasen, Rückenschmerzen, Bauchweh, Verdauungsprobleme und Kopfschmerzen.

Mutter-Kind-Kur kann helfen
Laut Müttergenesungswerk ist die Zahl der Mütter mit Erschöpfungssyndrom bis hin zum Burnout in den letzten 10 Jahren um 37 Prozentpunkte gestiegen. Für Mütter, die an ihre Leistungsgrenze gehen, kann eine Mutter-Kind-Kur hilfreich sein. An diesen Kuren nahmen 2013 rund 49 000 Frauen teil – davon waren 70 Prozent berufstätig.

Eine Mutter-Kind-Kur dauert meist drei Wochen und ermöglicht den Müttern, Abstand vom Familienalltag zu gewinnen. Zudem können in der Kur psychologische Beratung oder Erziehungsberatung wichtige Anregungen geben. "Für viele Mütter ist es sehr motivierend, wenn sie merken, dass sie mit ihren Problemen nicht allein sind und ihre persönlichen Alltagssorgen und Belastungen von Fachkräften ernst genommen werden", erläutert Jennifer Hüge, stellvertretende Bundesvorsitzende des Deutschen Bundesverbandes für Burnout-Prophylaxe und Prävention e.V. (DBVB).

Die Kur ist eine medizinische Maßnahme, kein Urlaubsersatz. Ein nachhaltiger Effekt wird erst dann erzielt, wenn Mütter lernen, sich selbst zu reflektieren sowie die persönlichen Stressoren zu identifizieren und daran arbeiten, diese nach und nach auszuschalten.