DBVB Botschafter - Peter Schilling

Peter Schilling, musikalischer Globalplayer seit den 80er Jahren, Singer/Songwriter internationaler Hits wie „Major Tom (völlig losgelöst)“, „Terra Titanic“, „Die Wüste lebt“ oder „The Different story“ legt mit „Völlig losgelöst – Mein langer Weg zum Selbstwert – aus dem Burnout zurück ins Leben“ sein drittes Sachbuch vor. Im Januar 2013 feiert der Inhaber einer Entertainment KG in München mit neuem Studioalbum und einer Anniversary-Konzerttournee sein 30jähriges Bühnenjubiläum.

Peter Schilling und „Major Tom“ sind seit nun inzwischen 30 Jahren untrennbar verbunden. Fluch oder Segen, weil es ja schließlich nicht der einzige Hit war?
Erfolg ist immer ein Segen. Natürlich weiß ich aber, worauf Sie hinaus wollen: Hits wie „Terra Titanic“, „Die Wüste lebt“, „Ich vermisse dich“ oder international gesehen auch „The Different story“ haben es auch bis an die Spitze der Charts geschafft, sind aber im Schatten eines solchen MasterPieces, wie ich „Major Tom (völlig losgelöst)“ einmal nennen will, nicht immer gebührend gewürdigt worden. Das ist sicher so. Dennoch kann von Fluch keine Rede sein. Es ist eine Gnade, wegen seiner eigenen kreativen Leistung anerkannt zu werden, Konzerte spielen zu können und weltweiten Erfolg genießen zu dürfen. Da gibt es überhaupt nichts zu beklagen.

Was verbindet Peter Schilling mit Psychologie?
Die psychologische Sichtweise und Analyse begleitet mich spätestens seit meinem Burnout 1989. Ich habe mich durch eigene Gesprächstherapie, aber auch Beschäftigung mit Ansätzen von Siegmund Freud oder C.G. Jung dem Thema genähert und genieße das Wissen aus diesem Bereich. Dieses begleitet mich täglich und es erleichtert einem das tägliche Miteinander. Wenn man Menschen und ihre Reaktionen zu verstehen gelernt hat, genießt man eine innere Ruhe. Einen Großteil meiner eigenen Erfahrung habe ich in „Völlig losgelöst . Mein langer Weg zum Selbstwert – aus dem Burnout zurück ins Leben“ für jeden Leser anwendbar aufgeschrieben.

Worum geht es in Ihrem neuen Buch?
Um all das, was uns im Wesentlichen ausmacht: den Selbstwert. Und dieser begegnet uns immer und überall. Ein paar Beispiele? Zitat Ecclestone sinngemäß: Es war das intakte Selbstwertgefühl, das Vettel zum dritten Mal hintereinander hat Weltmeister werden lassen. Oder aber kürzlich in einem Interview mit einer angesehenen Professorin der Berliner Charité, das man in einer Frauenzeitschrift zum Thema „Burnout“ lesen konnte. Um die Krankheit in den Griff zu bekommen, sagte sie, brauche es zuallererst einen gesunden Selbstwert. Und drittes Beispiel: Ein Flirtlehrer gab einer schönen Single-Frau mit auf den Weg, das, was ihr offensichtlich an Ausstrahlung fehle, sei nur ein gesunder Selbstwert. Dann würde es auch mit einer Partnerschaft klappen.
Selbstwert ist der eigene Wert, den wir uns selbst zuschreiben. Er bestimmt unser tägliches Handeln, Denken, unsere Entscheidungen.
Da ich in sämtlichen Bereichen: Karriere, Liebe, Gesundheit am eigenen Körper erfahren habe, was gesunder und nicht-intakter Selbstwert bedeuten, kann ich heute praxisnah Wissen weiter geben. Das Buch handelt davon, psychologisch-fachlich fundiert, umrahmt mit eigenen dazugehörenden Geschichten.

Wie kam der Singer/Songwriter Peter Schilling zum Bücher schreiben?
Das Wort ist mein Freund… Das ist in der Musik schon immer so gewesen. Kollegen nennen mich auch gerne den „Zeilenmacher“, weil ich offensichtlich die Gabe habe, komplexe Zusammenhänge in drei Minuten unterhaltsam in Musik zu kleiden. Diese wenigen Minuten erschienen mir aber auf Dauer und ausschließlich als zu wenig. Also fing ich an, über die Themen die mich interessieren, zu schreiben.
Herausgekommen sind bisher drei Bücher. Psychologie spielte darin schon immer eine Rolle.

Ratgeber oder Biografie oder beides? Was beinhaltet das vorliegende Buch?
Mehr Ratgeber, weniger Biografie. Aber ganz ohne persönlichen Bezug geht es nicht. Und so habe ich die Themen Selbstwert/Burnout an meiner Lebenslinie entlang, für jeden anwendbar, mit psychologischem Background versehen.

Es geht um Ihre Entschlüsselung des Selbstwert-Codes „Selbstwert m8 Erfolg“, in jeder Lebenslage. Wie kann ich persönlich meinen Selbstwert auch gesunden lassen?
Zwei Dinge sind hierbei ganz wichtig: Es gibt ihn nicht, den PERFEKTEN Selbstwert, sondern nur den für sich selbst gesunden Selbstwert, den lebbaren Selbstwert. Den muss man finden. Dazu sollte man sich ganz individuell mit seiner Persönlichkeit
auseinandersetzen. Wenn ich die Trojaner auf meinem persönlichen Selbstbild gefunden habe, die sich im Netzwerk von Strukturen und Prägungen, Erfahrungen und Erlebnissen niedergelassen hatten, dann ist man schon sehr weit. Und das ist alles nicht unmöglich, sondern trainierbar.
Ein weiterer wichtiger Punkt: Streichen Sie das Wort Schuld und ersetzen Sie es durch Eigenverantwortung. Das sind zwei elementare Botschaften.

Was waren die Auslöser oder gab es einen einzigen, der Sie näher zu sich selbst gebracht hat?
Es sind die Krisen, die mich geformt haben, nicht die Erfolge. Würden Sie heute sagen, der Absturz hat sich gelohnt? Ganz klares JEIN! (lacht) Ja, weil er mir aufgezeigt hat, wo meine toten Winkel in meinem Selbstbild sind, und Nein, weil es wehtat, diese erkennen zu müssen und auszumerzen.